ELISABETH ZAHND

Transmissão

col. Ton 27 Min., Brasilien 1998

Videoinstallation in den Bussen der öffentlichen Verkehrsbetriebe der Stadt João Pessoa.

Ein Pro Helvetia Austausch-Projekt.


Video von 25 Minuten Dauer, plan séquence, farbig mit Ton. Das Band besteht aus einer einzigen Einstellung und zeigt die Bucht von Cabo Branco in João Pessoa bei Nacht. Die Kamera ist unbewegt, die sichtbare Bewegung entsteht durch die Objekte, die sich während der Dauer der Aufnahmen verändern. Im Hintergrund des Bildes ist der Leuchtturm von Cabo Branco, der östlichste Punkt Südamerikas. Auf der beleuchteten Küstenstrasse sieht man die Lichter der fahrenden Autos und Busse. Das Blinklicht des Leuchtturms schickt sein Signal über das Wasser und das Aufschlagen der Wellen, die Meeresbrandung erzeugt den Ton im Band. Mitten aus dem Meer kommt die Lichtquelle, die die Morsezeichen aussendet.

Die Übermittlung in Morse beruht auf der Wichtigkeit der Schifffahrt, des Hafens von João Pessoa und seiner Verbindung zwischen Brasilien und Europa. Das Morse wurde als eines der wichtigsten Kommunikationsmittel zwischen Schiffen verwendet und als Mittel benutzt, um eine codierte Botschaft zu übermitteln. Diese wird im Video durch Morsesignale in deutscher Sprache ausgeführt. Simultan dazu erscheinen im Video nacheinander 23 Wörter, eines für jeden Buchstaben des portugiesischen Alphabets. (Atençao, Bençao, Conversaçao ....) Da alle gewählten Wörter mit çao enden, sind sie auch in französischer Sprache lesbar.

Die Wahl der Wörter steht in Beziehung zu den Unterschieden zwischen den beiden Kulturen Schweiz - Brasilien und den verschiedenen ethnologischen Verhaltensweisen.

Die Stadtbusse der Linie Cabo Branco sind alle mit TV-Monitoren und Videoplayer ausgestattet (Übertragung von Fussball und den täglichen Novelas). Diese bereits vorhandene Möglichkeit wurde für die Projektion der Videoarbeit genutzt. Die gleichen Busse sind auf ihrer Route, im Hintergrund als bewegte Lichtpunkte, auf den Filmaufnahmen erkennbar.

Bei dieser Installation wird ein öffentliches Verkehrsmittel zur fahrbaren Galerie und die Benutzer werden auf dem Arbeitsweg überraschend mit Kunst konfrontiert.



 


 


 


 

©2012, Elisabeth Zahnd